CDU Schöppingen-Eggerode

„Prägende Ratsperiode“

Draußen leuchtete die Weihnachtsdekoration, drinnen war es - dank neuer Heizung - angenehm warm, und das vom Alte-Post-Hotel kredenzte Menü mundete ausgezeichnet: In harmonischer Atmosphäre fand am Mittwochabend die Jahresabschlusssitzung des Gemeinderates im historischen Rathaus statt. Nicht nur auf ein ereignisreiches Jahr, sondern gleich auf eine ganze Ratsperiode hielt Bürgermeister Josef Niehoff vor immerhin 70 Gästen Rückschau. Zudem nutzte er die Gelegenheit, den ausgeschiedenen Ratsmitgliedern für ihr Engagement für die Gemeinde zu danken. Traditionell bekam jeder Kommunalpolitiker - unter denen eine ganze Reihe als Sachkundige Bürger weiterhin ehrenamtlich tätig sein werden - einen Erinnerungsteller mit einer Stadtansicht Schöppingens geschenkt.
Die vergangene Ratsperiode 2004 bis 2009 stellte Niehoff als eine Zeit mit vielen Ereignissen heraus, die „das Gesicht der Gemeinde lange positiv prägen werden“. Als wesentliche Projekte, die umgesetzt worden sind, erwähnte der Rathauschef den Bau der Ortsumgehung (Gesamtkosten 4,1 Mio. Euro), die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Eggerode (knapp eine Million Euro), den Umbau der Ortsdurchfahrt Schöppingen (gut 4 Mio. Euro inklusive Kanalerneuerung), die Neugestaltung des Stadtparks, die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses (400 000 Euro) und die neue Fahrzeug- und Lagerhalle für den Bauhof (400 000 Euro).

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Vorbildfunktion auch für die kommende Ratsarbeit hätten die Projekte, die im Schulbereich angestoßen und umgesetzt worden seien, so Niehoff weiter. Gemeint ist dabei in erster Linie die Etablierung der Verbundschule. Niehoff: „Wir haben uns seinerzeit rechtzeitig auf den Weg gemacht. Dass die Verbundschule ein Erfolg ist, zeigen die steigenden Anmeldezahlen.“ Die Weichen für die notwendig werdende Erweiterung am Standort Schöppingen sollen noch vor Weihnachten in einer Sitzung des Zweckverbandes in Horstmar gestellt werden.

Als weitere Meilensteine der Gemeindeentwicklung in den vergangenen fünf Jahren erwähnte Niehoff die Einführung der Offenen Ganztagsschule an der Brictiusschule im Jahr 2004, den Bau der Schulmensa an der Verbundschule 2009, die Einrichtung einer Bürgerstiftung 2005, die Stadtmarketingaktion „Ab in die Mitte“ 2004 und die Teilnahme an der Skulptur-Biennale 2005.

Last but not least zog er ein Resümee über die Gemeindefinanzen: Es sei in den vergangenen fünf Jahren gelungen, die Pro-Kopf-Verschuldung von fast 500 Euro auf nun knapp unter 200 Euro zu drücken. Zugleich habe es im gleichen Zeitraum keine Erhöhungen der gemeindlichen Steuern und Gebühren gegeben. „Wir haben zusammen viel vorangebracht“, so der abschließende Dank Niehoffs an den alten Gemeinderat.

Von einer weiter stark steigenden Bewerberzahl für ein Stipendium in der Stiftung Künstlerdorf berichtete Geschäftsführer Dr. Josef Spiegel in seinem kurzen Jahresrückblick, den er mit einem Ausblick in die nähere Zukunft verband. 2009 seien rund 2 000 Bewerbungen aus mehr als 80 Ländern im Künstlerdorf eingegangen, damit hätten sich die Anfragen seit 1997 verfünffacht. Gerade in diesem Jahr habe es nochmals einen deutlichen Sprung nach oben gegeben, was Spiegel auf die erstmals angebotene Online-Bewerbungsmöglichkeit zurückführte. Die hohe Nachfrage sei für ihn aber auch auf die „tolerante und weltoffene Gastgeberrolle Schöppingens“ zurückzuführen, die die scheidenden Stipendiaten immer wieder in ihren Abschlussberichten dokumentierten.

Mit Bezug auf die umwälzenden gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen, die die zunehmende Verbreitung des Internets mit sich bringe, betonte Spiegel die Notwendigkeit einer Kunst, die sich kritisch einmischt, die Dinge hinterfragt und auch neu bewertet. Auf der anderen Seite biete das Web gerade auch im künstlerischen Bereich ungeahnte Chancen, die es zu nutzen gelte.